Hilfe und Austausch: Wenn der Partner in der Schwangerschaft stirbt

Es ist eine ganz besondere und sehr emotionale Zeit, wenn Frauen ein Kind erwarten. Wenn in dieser Zeit der Partner verstirbt, sind die werdenden Mütter nicht nur dem enormen Schmerz des erlebten Verlustes ausgesetzt. In einer Lebensphase, in der sich das Leben auf vielen Ebenen neu ausrichtet, stehen sie auch plötzlich alleine vor vielen großen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund fand in der Nicolaidis YoungWings Stiftung ein Nachmittag statt, an dem sich Betroffene über ihre besondere Situation austauschen konnten und beleuchtet wurde, was in dieser schweren Zeit helfen kann.

Zehn Erwachsene und zwei Trauerbegleiterinnen der Nicolaidis YoungWings Stiftung fanden im März in der Stiftung zusammen, um sich zu Themen rund um den Verlust des Partners in der Schwangerschaft auszutauschen. Um für die Mütter einen geschützten und entspannten Rahmen zu schaffen, wurde im Nebenzimmer eine Betreuung für die Kinder angeboten. Die ganz Kleinen lagen auf einer Decke in der Mitte des Stuhlkreises zwischen den Müttern.

Von individuellen Geschichten und gemeinsamen Verbindungen

Schon das ersten Kennenlernen in großer Runde war sehr bewegend und es entstanden viele verbindende Momente. Jede Teilnehmerin teilte ihre persönliche Geschichte – und alle waren überwältigt davon, wie viele Frauen ganz ähnliches erlebt haben wie sie. Im Anschluss wurden in Kleingruppen Gedanken zu verschiedenen Fragen gesammelt: „Was sind die besonderen Herausforderungen, wenn der Partner in der Schwangerschaft verstirbt?“ „Was hilft mir, mit den Herausforderungen umzugehen?“. Schnell entstand eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der jede einzelne erkennen durfte, dass sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht alleine ist. Neben den Erfahrungen der Frauen, deren Partner erst vor Kurzem verstorben war, wurde auch die Perspektive einer Mutter, deren Verlust in der Schwangerschaft schon mehrere Jahre zurücklag, als sehr wertvoll erlebt.

Es war ein Treffen, das über diesen Nachmittag hinaus verband und an dem sich gleich zwei neue Ideen zur weiteren Vernetzung herausbildeten: Die Mütter wollen sich einerseits zukünftig für Nachmittage auf dem Spielplatz, Ausflüge oder gemeinsame Urlaube zusammentun. Andererseits plant die Nicolaidis YoungWings Stiftung einmal im Quartal eine Möglichkeit zum moderierten Austausch. Das Angebot, das auch für weitere Schwangere und junge Mütter geöffnet ist, soll über Hebammen, Frauenärzte, Beratungsstellen und Kirchen beworben werden. So soll sichergestellt werden, dass Frauen, die in der Schwangerschaft ihren Lebenspartner verloren haben, Halt und Unterstützung bekommen und erfahren können, dass sie in ihrer Situation nicht alleine sind. Denn der Bedarf ist groß – und aktuell gibt es für Mütter in dieser speziellen Situation noch keine Hilfestellungen.

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